Edelmetallmotorkoordinatenwähler (EMK)

 

Dieses System stellt eine Besonderheit unter den Wählsystemen dar.

Der eingesetzte Edelmetallmotorkoordinatenwähler wurde von Siemens & Halske in Berlin entwickelt. Er ist eine Mischung aus Hebdrehwähler und Motorwähler.

Die Schaltarme, welche eigentlich gar keine sind (ich gehe später darauf ein) führen während des Einstellvorgangs eine geradlinige und eine Drehbewegung aus, werden jedoch nur durch einen sich drehenden Motor angetrieben.

Eine andere Besonderheit dieses Systems stellt das Kontaktsegment der Wähler dar. Es besteht je nach Wahlstufe aus 300 oder 400 Edelmetallkontakten, welche durch die Schaltarme lediglich betätigt werden.

Über die Schaltarme fließt dabei kein Strom, sie sind hier ein reines Betätigungsorgan für die vorbereiteten Kontakte im Segment.

Die Wahlstufen sind in Blechschränken untergebracht welche durch Türen verschlossen sind. Die geöffneten Türen können zwischen die einzelnen Rahmen geschoben werden und versperren somit nicht die Gänge zwischen den Reihen.

Eine ebenfalls einmalige Sache.

Der von Siemens-Berlin entwickelte EMK-Wähler konnte sich gegenüber dem von Siemens-München entwickelten EMD-Wähler (Edelmetallmotordrehwähler) nicht durchsetzen, wahrscheinlich wegen seiner aufwändigen Konstruktion.

Dieses System ist eine absolute Seltenheit, es wurden nur zwei Versuchsämter in Berlin-Charlottenburg gebaut.

 

Daten der EMK-Museumsanlage:

 

Wahlstufen:                             1GW, LW, AS

Weitere Einrichtungen:             TS-Rahmen

Herkunft:                                 Berlin Charlottenburg

Einführungsjahr:                       50er Jahre

Baujahr:                                  1958

Abschaltung:                            nicht bekannt

 

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Abbildung 1: EMK-Wähler im Gestell (1. GW)

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Abbildung 2: EMK-Segment mit vorbereiteten Kontakten

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Abbildung 3: Blick auf Segment-Kontakte

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Abbildung 4: Blick in die EMK-Reihe