Im Folgendem werden einige Bilder vom Aufbau und der Inbetriebnahme der ersten Vermittlungsanlagen in unserem Museum gezeigt.

Eine kurzer Hinweis noch vorweg: Es wird im Text von Systemen oder Vermittlungsstellen gefolgt von einer zweistelligen Zahl - gesprochen. Bei dieser Zahl handelt es sich um das jeweilige Einführungsjahr. Die Bezeichnung  Teilvermittlungsstelle 63 bedeutet somit, dass es sich um ein Vermittlungssystem handelt, welches 1963 eingeführt wurde.

 

Als erstes System wurde unsere Teilvermittlungsstelle 63 aus Rosian bei Loburg eingeschaltet.

Eine relativ einfache Angelegenheit.

Es werden -60 Volt Amtsspannung und 2 Telefone benötigt. Nachdem die notwendige Verkabelung vorgenommen wurde, schaltet man die Vermittlungsstelle nach 16 Jahren Ruhepause einfach ein und telefoniert !

Auf Grund der sehr kompakten und robusten Schrankbauweise sind bei diesem System bei guter Lagerung (geringe Luftfeuchte) keine Probleme zu erwarten.

 

Bild: Teilvermittlungsstelle 63 mit geöffneten Türen

 

Als Nächstes wurde eine Vermittlungsstelle des Systems 50 klein aus Leitzkau bei Zerbst wieder zum Leben erweckt. Hier musste schon ein wenig mehr Aufwand getrieben werden. Da die Vermittlungsstelle aus vier Gestellrahmen besteht, wurde die Verdrahtung zwischen den Rahmen zum Transport entfernt. Nach einigen Tagen Arbeit war die Verdrahtung neu erstellt und die erste Telefonverbindung konnte aufgebaut werden.

 

Bild: System 50 klein

 

Die nächste Inbetriebnahme ließ nicht lange auf sich warten. Die Fernschreibvermittlungsstelle TW55 aus Schönebeck/Elbe konnte, nachdem wir von der IGHFT die leider nicht mehr vorhandenen Schaltungsunterlagen bekommen hatten, wieder zum Leben erweckt werden. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an die Interessengemeinschaft für historische Fernmeldetechnik (IGHFT) in Dresden.

 

Bild: Telegrafiewählsystem 55 (TW55)

 

Wer genau hinschaut, sieht am Fernschaltgerät (die grauen pultförmigen Geräte mit Wählscheibe) die weißen Lampen leuchten, welche eine aktive Verbindung zwischen den beiden Fernschreibmaschinen anzeigen.

… E-Mail zu Großmutters Zeiten

 

Bild: TW55 mit mechanischen Fernschreibern

 

Bild: Vorwählereinzelrahmen TW55

 

Unser Teilamtsgestellrahmen mit zehn Vorwählern sowie vier Umsteuerwählern in Aktion. Die Potentiale für eine aktive Verbindung sind an den Messinstrumenten zu erkennen.

 

Bild: belegter Leitungswähler TW55

 

Bild: Mechanischer Fernschreiber mit empfangenem Fernschreiben und Fernschaltgerät

 

Als Nächstes soll eines der ältesten Systeme der Sammlung wieder aktiviert werden. Es handelt sich um eine Vermittlungsstelle des Systems 22.

Diese drei Gestellreihen stellen eine Minimalkonfiguration dieses Systems dar und stammen aus der Ortsvermittlungsstelle Schönebeck/Elbe. Diese Technik wurde 1923 gebaut und war bis 1996 in Betrieb!

 

Bild: Gestellreihe System 22

 

...und damit ist noch lang nicht Schluss. Neben einigen anderen Systemen wartet auch das modernste System der Sammlung, eine Automatische Telefonzentrale 65.1  (ATZ 65.1), Baujahr 1989 aus Magdeburg-Olvenstedt wieder auf seine Inbetriebnahme.

 

Bild: Gestellreihe ATZ 65.1